Idee & Konzept
Bei den auf dieſer Seite (ſiehe Menü-Leiſte links) vorgeſtellten E-Books handelt es ſich überwiegend um Klaſſiker der Literatur, deren Copyright erloſchen iſt. Aber gute Literatur wird, ſo wie gute Muſik, eigentlich niemals ſo unmodern, daß ſie nicht doch immer noch leſenswert und empfehlenswert wäre.
Da das Internet eigentlich zahlreiche Download-Möglichkeiten für lizenzfreie Literatur bietet, ſo daß man meinen möchte, daß es einer weiteren eigentlich nicht bedürfte, möchte ich erläutern:
Ich habe die Texte immer jeweils in einer Schriftart geſetzt, die in althergebrachter Weiſe zwiſchen dem »langen S« – ſ – und dem »End-S« – s – unterſcheidet und im allgemeinen darüber hinaus noch zahlreiche Ligaturen nutzt, um das Schriftbild zu geſtalten. Da dieſes »lange S« auch einen Platz im Unicode hat, iſt es durchaus in etlichen modernen Computer-Zeichenſätzen (darunter auch viele Antiqua-Fonts) enthalten. Dennoch iſt die ſ/s-Unterſcheidung eher typiſch für Fraktur-Schriften, die ſomit für die E-Books bevorzugt zum Einſatz kommen ſollen.
Mini-FAQ
Welchen Sinn hat denn überhaupt dieſe Unterſcheidung zwiſchen »langem S« und »End-S«?
- Sie macht Wort-Fugen leichter erkennbar und lockert allgemein das Schriftbild auf. Im Endeffekt handelt es ſich alſo letztlich um eine Frage der Äſthetik und beſſeren Lesbarkeit.
Aber dieſe eigenartigen kantigen Buchſtaben ſind doch gar nicht leicht lesbar!?
- Das iſt natürlich hauptſächlich eine Frage der Gewöhnung. Natürlich ſind Fraktur-Schriftarten in der heutigen Welt ziemlich rar geworden, die meiſten dürften ſie eigentlich nur noch als Geſtaltungsmerkmal, alſo für eher kurze Texte, kennen, zum Beiſpiel in Wirtshausſchildern, Zeitſchriften, CD-Covern etc., ſo daß den meiſten ſchlichtweg die Übung im Leſen dieſer Schriften fehlen dürfte. Jedoch kann ich aus meiner eigenen Erfahrung verſichern, daß man dieſe Texte nach angemeſſener Eingewöhnung durchaus »ganz normal«, also ſehr flüſſig, leſen kann.
Aber iſt das Konzept nicht ſo typiſch deutſch, daß es ſchon wieder ſchmerzt?
- Dieſe Anſicht halte ich für übertrieben. Man findet bis zum 19. Jahrhundert durchaus auch Beiſpiele engliſchſprachiger Bücher (zwar in Antiqua-Schrift (d.h. mit lateiniſchen Buchſtaben), aber auch) mit konſequenter Unterſcheidung zwischen »ſ« und »s«. (Ein willkürlich gewähltes Beiſpiel findet ſich hier.) Daß ſich dieſes Konzept im Deutſchen ſehr viel länger gehalten hat, dürfte wohl daran liegen, daß im Deutſchen zuſammengeſetzte Wörter auch wirklich zuſammengeſetzt geſchrieben werden, ſo daß der Leſer dankbarer iſt für eine optiſche Hilfe beim Erkennen von Wortfugen. Da im Engliſchen die Teile eines zuſammengeſetzten Wortes oftmals einfach loſe nebeneinander geſchrieben werden, entfällt dieſer Anreiz.
Alſo wäre es, ganz im Gegenteil, nicht ſogar beſſer, ebenſo auch im Deutſchen Wortzuſammenſetzungen mit ſolch loſer Reihung zu ſchreiben?
- Ich bin nicht befugt, über offizielle Rechtſchreibregeln zu befinden, aber ich möchte darauf hinweiſen, daß das Deutſche deutlich mehr Freiheiten beim Satzbau und der Reihenfolge von Satzgliedern hat als das Engliſche und außerdem ein Artikel vor Subſtantiven weniger zwingend vorkommt, bei ſolch einer loſen Aneinanderreihung von Wörtern erſcheint es mir ſehr viel ſchwieriger, den Satzbau zu erfaſſen, zumindeſt bei einem Satz, der in ſeiner Komplexität etwas anſpruchsvoller iſt als die »dengliſchen« 3-Wort-Sätze einer »Generation Doof« ;-)
Aber ſind Fraktur-Schriften nicht Nazi-Schriften bzw. faſchiſtiſch?
- Das glauben eigentlich höchſtens nur diejenigen, die ſich nicht auskennen. Gebrochene Schriften haben eine jahrhundertealte Geſchichte und wurden zwar in der Tat lange Zeit von den Nazis als angeblich deutſche Schriften geprieſen und inſofern mißbraucht (obwohl in früheren Zeiten gebrochene Schriften in vielen Sprachen Europas verwandt wurden und inſofern keineswegs nur für deutſche Texte anwendbar ſind); ſie wurden dann ſchließlich 1941 ſogar per Erlaß von der Regierung des »Dritten Reiches« als ſogenannte »Schwabacher Judenlettern« gebrandmarkt. Man ſollte ſie alſo eigentlich vielmehr als die klaſſiſche Schrift eines Goethe, Schiller, Heine, Fontane, Heſſe u.ſ.w. ſehen! Ich ſelbſt lehne allgemein und ſpeziell für dieſes E-Book-Projekt den Verdacht jeglicher Geſinnungsnähe zu braunem Gedankengut vehement ab! Es geht mir lediglich um intereſſant (hoffentlich in poſitivem Sinne) geſtaltete (und natürlich auch vom Inhalt her leſenswerte) Literatur, nicht mehr und nicht weniger.
- Weitere ausführliche Diskuſſionen in dieſer Hinſicht (und zur Geſchichte gebrochener Schriften allgemein) finden ſich zum Beiſpiel bei Wikipedia und in Aufſätzen von Chriſtel Baumgart und Bernhard Schnelle.
Koſten?
- Es widerſtrebt mir ein wenig, ein E-Book mit lizenzfreiem Text gegen Geld zu verkaufen. Andererſeits bedeutet es ſehr wohl einen nennenswerten Zeitaufwand für mich, einen Text in ſolcher Form neu zu ſetzen. Auf die einſchlägigen Download-Quellen für lizenzfreie Texte kann ich nur bedingt zurückgreifen, denn dieſe ſtellen durchweg jeden Text nur in einer Schreibung mit einheitlicher »s«-Verwendung zur Verfügung, von Ligaturen ſowieſo ganz zu ſchweigen. Eine automatiſche Wandlung bzw. Unterſcheidung zwischen ſ und s gibt es nicht, bzw. ich kenne keine, die hinreichend verläßlich wäre, es iſt immer und in jedem Falle eine ſorgfältige händiſche (Nach-)Bearbeitung erforderlich.
- Ich ſtelle alſo vorläufig die meiſten dieſer E-Books koſtenlos (gegen eine freiwillige Spende) zur Verfügung.
- (Ausnahmen ſind Arthur Schnitzler: Flucht in die Finſternis für 2 Euro und die beiden nicht in Fraktur geſetzten Phyſik/Mechanik-E-Books, außerdem natürlich die als (auf Papier gedruckten und gebunden) Taſchenbücher verlegten Titel.)
Freiwillig ſpenden können Sie per Paypal:

